Die Straße kann aus mehreren Straßenteilen bestehen. Außerorts besteht die Straße häufig nur aus der allgemeinen Fahrbahn, manchmal gibt es einen Sonderweg parallel zur Fahrbahn. Innerorts sind gelegentlich zwei Sonderwege zu finden, nämlich Gehwege sowie Radwege. Busspuren sind auch Sonderwege. Es gibt dann noch in einigen Straßenzügen den Mehrzweck- oder Seitenstreifen.

Fahrbahn als Regelfall

Fahrräder sind Fahrzeuge. Fahrzeuge müssen auf der allgemeinen Fahrbahn fahren. Dabei ist die rechte Spur zu wählen. Das sagt das Rechtsfahrgebot aus. Radfahrende müssen sich keinesfalls in der Gosse bewegen. Das wäre auch gefährlich. Die Gosse ist nicht Teil der Fahrbahn. Es wird empfohlen, mindestens 0,5 m Seitenabstand zum Fahrbahnrand zu halten, zu parkenden Autos mindestens 0,75 m. Generell steht Radfahrenden 1 m Sicherheitsabstand zum Fahrbahnrand zu. Damit ist der Abstand zwischen äußerstem rechten Punkt des Radfahrenden und dem Fahrbahnrand gemeint. Der Fahrbahnrand kann sich je nach Zustand der Fahrbahnoberfläche auch nach Links verlagern. Das Fahren auf der Fahrbahn ist der Regelfall.

Radweg

Für baulich vorhandene rechte Radwege gilt nach § 2 IV StVO ein Benutzungsrecht. Die allgemeine Radwegebenutzungspflicht wurde 1997 aus der Straßenverkehrs-Ordnung gestrichen, weil es auf den in deutschen Landen üblichen Schrottradwegen ein zu hohes Unfallrisiko gibt.
Auch Radwege, welche nicht stetig oder fahrbahnbegleitend sind, muß kein Radfahrender benutzen. Der fahrbahnbegleitende Charakter sagt aus, ob der Radweg zur Straße gehört. Ein mehr als 5 m abgesetzter Radweg gilt als eigenständig geführter Radweg. Deswegen kann ihm an einer Einmündung durch Verkehrszeichen der Vorrang genommen werden.

Beispiele für nicht fahrbahnbegleitende Radwege
Stadteinwärts wird dem gemeinsamen Fuß- und Radweg im Bereich der Zufahrt zur B 77 vor der Brücke der B 77 der Vorrang durch eine "Bettelampel2 genommen. Dort bekommen Radfahrende nur ein Lichtzeichen, wenn sie den Taster betätigen. Der Verkehr auf der Fahrbahn muß ein Lichtzeichen passieren, der Radverkehr drei. Damit wird dem glechberechtigten Fahrzeug die Gleichberechtigung genommen, die Bettelampel durfte installiert werden, weil der gemeinsame Fuß- und Radweg mehr als 5 m verschwenkt ist. Was in jener neu gestalteten Straße noch zum Nachteil des Radverkehrs falsch gemacht wurde, wird in einem gesonderten Artikel behandelt.
Wer von An der Schleuse in Rendsburg in die Brückenstraße (Büdelsdorf) fahren will, muß bei Benutzung des Radweges mehrere Ampeln passieren, während auf der Fahrbahn nur eine Ampelphase gilt. Im Bereich vor der Technikerkrankenkasse wurde aktuell die Ampel auf Bedarfsbetrieb umgestellt. Sie ist nun eine "Bettelampel". Für die Fahrt nach Büdelsdorf empfiehlt sich die Fahrt auf der Fahrbahn.
Ein Beispiel für einen weiteren eigenständig geführten Radweg gibt es am Käthe-Ahlmann-Platz in Büdelsdorf.

Ist eine Radverkehrsanlage nicht fahrbahnbegleitend, sind die "blauen Lollys" irrelevant. Die "blauen Lollys" Zeichen 239, 240 oder 241 StVO ordnen nach § 2 IV 2 StVO an einem fahrbahnbegleitenden, stetigen Radweg eine Benutzungspflicht an. Die Radwegebenutzungspflicht darf eigentlich nur unter bestimmten Voraussetzungen angeordnet werden. Bedauerlicherweise sind im Raum Rendsburg die "blauen Lollys" willkürlich gestreut, was das Radfahren unnötig gefährlich und die Beurteilung für den Laien unnötig komplex macht.

Zeichen 237, 240 und 241 StVO

Ist ein benutzungspflichtiger Radweg für den Radfahrenden objektiv nicht zumutbar oder benutzbar, muß der Radweg nicht benutzt werden. Eis, Schneemassen oder nasses Laub auf dem Radweg während die Fahrbahn geräumt ist, ermächtigen zum Fahren auf der Fahrbahn. Eine Baustelle macht den Radweg unbenutbar, ebenso ein ordnungswidrig abgestelltes Kraftfahrzeug. Auch Mülltonnen können den Radweg unbenutzbar machen.
Die wilde Streuung der "blauen Lollys" im Raum Rendsburg ist ein Indiz dafür, daß es sich um Nichtakte oder ermessensfehlerhaft angeordnete Radwegebenutzungspflichten handelt. Nichakte sind es, wenn sie z.B. schon vor der Fahrradnovelle der Straßenverkehrsordnung dort standen und nach 1998 stehengelassen wurden, ohne sie neu anzuordnen. Da sie nur von der Straßenverkehrsbehörde angeordnet werden dürfen, handelt es sich bei willkürlich durch Dorfbürgermeister aufgestellten "blauen Lollies" auch um Nichtakte. Der schwere Ermessensfehler, bei der Anordnug einer Radwegebenutzungspflicht nicht die rechtlichen Voraussetzungen für die Anordnung beachtet zu haben, macht die Anordnung nichtig.

Arten von Radwegen

Es gibt also eigenständig geführte Radwege, die nicht fahrbahnbegleitend sind, und Radwege als Straßenteile. Bei den fahrbahnbegleitenden Radwegen muß zwischen Radwegen mit Benutzungsrecht und jenen unterschieden werden, welche ausnahmsweise benutzungspflichtig sind.
Der Schutzstreifen ist Teil der Fahrbahn und nicht benutzungspflichtig, erkennbar an der gestrichelten Linie. Der Radfahrstreifen mit der durchgezogenen Linie dagegen ist ein eigener Straßenteil. Im Raum Rendsburg ist der Hochbordradweg der Standard. Das sind die Radwege, welche auf dem "Bürgersteig" verlaufen.

Rechtsfahrgebot

Das Rechtsfahrgebot bezieht sich auf die Wahl der Spur in Fahrtrichtung. Es bedeutet nicht, daß auf Sicherheitsräume verzichtet werden muß. Entscheidend ist aber, daß auch nur der Radweg in Fahrtrichtung rechts der Fahrbahn benutzt werden darf. Linke Radwegebenutzungsgefahren darf es wegen des hohen Unfallrisikos beim Gisterradfahren innerorts nicht geben. Nur, wenn in Fahrtrichtung links alleinstehend das Zusatzzeichen "Fahrrad frei" es erlaubt, darf der linke Radweg benutzt werden. Außerorts gibt es im Regelfall nur Zweirichtungsradwege.

Gehwege sind tabu!

Fuß- oder Gehwege sind Schutzräume für die schwächsten Vrkehrsteilnehmer, die zu Fuß Gehenden. Darunter sind gebrechliche Senioren und Kinder. Das Fahren oder Ausweichen auf Geweg ist verboten und unfallträchtig.
Es gibt zwei Ausnahmen.
1.) Der gemeinsame Fuß- und Radweg (Z. 240 StVO) ist sogar benutzungspflichtig. Außerorts stellt er den Regelfall dar. Innerorts soll er nicht angeordnet werden.
2.) Die Freigabe des Gehweges durch Zusatzzeichen "Fahrrad frei". Auf solchen Gehwegen darf mit an den Fußverkehr angepaßter Geschwindigkeit gefahren werden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um Radwege, sondern um Gehwege, auf denen langsame, unsichere Radfahrende toleriert werden. Die Sportallee in Büdelsdorf oder die Konrad-Adenauer-Straße in Rendsburg sind Beispiele für diese Lösung. Die Fußgängerzone Hohe Straße in Rendsburg darf zeitlich beschränkt 19 bis 9 Uhr mit dem Fahrrad befahren werden, wie das Zusatzzeichen dort besagt.
Nach Wegfall einer Benutzungspflicht mit Z. 240 soll unsicheren Radahrenden die Möglichkeit gegeben werden, nicht im Mischverkehr auf der Fahrbahn fahren zu müssen. Denn Gehwege ohne Zeichen 240 StVO sind für Radfahrende tabu.

Sonderfall Kind

Der § 2 V StVO regelt, was Kinder dürfen oder müssen. Kinder unter 8 Jahren müssen, unter 10 Jahren dürfen auf dem Gehweg fahren. Eine Begleitperson ab dem 16. Lebensjahr darf das Kind auf dem Gehweg begleiten. Dabei genießen zu Fuß Gehende Vorrang vor Kind und Begleitperson, welche nur mit Schrittgeschwindigkeit radfahren dürfen. Mehr als 15 km/h wäre problematisch. An jeder Einmündung müssen Kinder und ihre Begleitperson absteigen und schieben. Seit 2017 darf die Begleitperson das Kind auch mit auf den Radweg nehmen, wenn dieser von der allgemeinen Fahrbahn klar getrennt ist. Der Radfahrstreifen ist also für Kinder unter 8 Jahren tabu, der Hochbordradweg mit Begleitperson erlaubt.